Tempo 30, Zebrastreifen, Warnschilder: Neue Sicherheitspläne für Caputh
Der Landkreis Potsdam-Mittelmark prüft weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Michendorfer Chaussee im Ortsteil Caputh (Gemeinde Schwielowsee). Im Fokus stehen dabei eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs an der bestehenden Mittelinsel sowie zusätzliche Warnschilder mit dem Hinweis „Achtung Kinder“.
Wie die Kreisverwaltung mitteilt, laufen die dafür erforderlichen Anhörungsverfahren derzeit noch. Eine endgültige Entscheidung könne erst getroffen werden, wenn alle Stellungnahmen eingegangen und ausgewertet worden seien.
Wichtige Verkehrsachse mit hoher Nutzung
Die Michendorfer Chaussee (Kreisstraße K 6909) verbindet Schwielowsee und Michendorf und zählt zu den wichtigen Verkehrsverbindungen der Region. Gleichzeitig führt die Straße durch einen Bereich, der täglich von zahlreichen Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. In unmittelbarer Nähe befinden sich Wohngebiete, eine Kindertagesstätte, Sportanlagen sowie die Freiwillige Feuerwehr.
Besonders Familien mit Kindern, ältere Menschen, Sportlerinnen und Sportler sowie Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs sind dort regelmäßig unterwegs.
Schwerer Unfall als Anlass für erneute Prüfung
Auslöser für die aktuelle Überprüfung ist unter anderem der schwere Verkehrsunfall vom 28. Mai 2026 im Bereich der Querung zwischen dem Sportplatz und der Straße „Am Torfstich“. Nach Angaben der Polizei war überhöhte Geschwindigkeit allerdings nicht die Ursache des Unfalls.
Unabhängig davon untersucht der Landkreis nach eigenen Angaben alle rechtlich und praktisch umsetzbaren Möglichkeiten, um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern weiter zu erhöhen.
Bauliche Veränderungen derzeit nicht umsetzbar
Bereits geprüft wurde ein baulicher Umbau der bestehenden Mittelinsel. Eine beidseitige Verschwenkung der Fahrbahn, die den Verkehr vor der Querung abbremsen könnte, sei aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht realisierbar. Nach Angaben des Landkreises würde eine solche Lösung mit dem angrenzenden Gehweg und dem Sportgebäude kollidieren. Zudem müssten dafür mehrere Alleebäume gefällt werden.
Auch zusätzliche Sperrflächenmarkierungen vor der Mittelinsel wurden untersucht. Die Kreisverwaltung sieht darin jedoch keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn, da die bestehende Querungshilfe bereits gut sichtbar sei.
Weitere Anliegen werden von der Gemeinde geprüft
Neben den Maßnahmen des Landkreises gibt es weitere Vorschläge aus der Bürgerschaft. Dazu zählen unter anderem eine barrierefreie Anbindung des Gehwegs sowie eine durchgängige Radverkehrsführung. Diese Themen werden von der Gemeinde Schwielowsee als zuständigem Straßenbaulastträger geprüft.
Landrat: Sorgen der Bürger werden ernst genommen
Landrat Marko Köhler betont, dass die Hinweise und Sorgen der Einwohner in die laufenden Prüfungen einfließen.
„Die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger nehmen wir ernst. Gerade dort, wo Kinder, ältere Menschen und Sportler täglich unterwegs sind, muss Verkehrssicherheit besonders sorgfältig betrachtet werden“, erklärt Köhler. „Wir werden die Ergebnisse der laufenden Anhörungen abwarten und dann auf einer belastbaren Grundlage entscheiden.“
Wann die Prüfungen abgeschlossen sein werden, teilte der Landkreis bislang nicht mit.






