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Samstag, 18. April 2026

Vier Kitas in Zossen vor dem Aus

Eine Kindertagesstätte von außen
Die Kitas Villa und Schatzkiste in Dabendorf stehen auf der potenziellen Streichliste. Foto: Siegmar Trenkler

Die Stadt Zossen möchte vier kommunale Einrichtungen in den Ortsteilen schließen, die veraltet sind und nicht ausgelastet werden.​

In der Stadt Zossen stehen aktuell vier Kitaschließungen im Raum. Konkret geht es um die kommunalen Einrichtungen Aponi, Bienennest, Villa und Schatzkiste. Dazu hatte Bürgermeisterin Wiebke Şahin-Connolly die Eltern für den 23. und 24. Februar zu Informationsveranstaltungen in die Sporthalle Dabendorf eingeladen. Dort wurden umfassend über die aktuelle Situation informiert.  

Die vier Einrichtungen entsprechen nach Angaben der Verwaltung „in baulicher Hinsicht vielfach nicht mehr heutigen Standards. Teilweise bestehen altersbedingte Mängel, eingeschränkte Raumzuschnitte oder fehlende Funktionsflächen, die eine zeitgemäße pädagogische Arbeit erschweren beziehungsweise nicht möglich machen“. So stünden den Pädagoginnen beispielsweise aktuell keine Pausenräume, Räume für Dokumentationen, Elterngesprächsräume oder Dienstberatungsräume zur Verfügung. Dies entspreche nicht mehr heutigen pädagogischen Standards. „Die Kinder sowie die pädagogischen Fachkräfte sind einem erheblichen Lärmpegel in den Räumlichkeiten ausgesetzt, da in den alten Gebäuden kein ausreichender Schallschutz vorhanden ist“, wird als weiterer Grund angeführt. 

Veraltete Einrichtungen und mangelnde Auslastung

Alle Einrichtungen sind laut Verwaltung zudem nicht ausgelastet. Zum Stichtag 1. August werden voraussichtlich in der Kita Aponi nur 24 Kinder bei einer Kapazität von 40 Plätzen betreut, in der Kita Bienennest zwölf Kinder bei 20  Plätzen, in der Kita Villa sind es 17 Kinder bei 30 Plätzen und in der Kita Schatzkiste nur 14 Kinder bei 17 Plätzen.

Für alle betroffenen Kinder sollen alternative Betreuungsplätze in Einrichtungen im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Derzeit befinden sich mit der Kita Bummi, die umfassend saniert wird, dem Kitaschloss sowie der Waldkita gleich drei Projekte in der Fertigstellung. Damit habe die Stadt im regionalen Vergleich eine überdurchschnittlich gute und moderne Bildungs- und Betreuungslandschaft, so die Einschätzung aus dem Rathaus. Die neuen Kitas sollen demnach eine deutlich bessere Raumnutzung, die Umsetzung vielfältiger pädagogischer Konzepte sowie bessere Arbeitsbedingungen für die pädagogischen Fachkräfte ermöglichen. „Daher wird eine mögliche Umstrukturierung auch von den pädagogischen Kräften mehrheitlich begrüßt – wenn auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da die Erzieherinnen und Erzieher eine große Verbundenheit zu ihren Einrichtungen haben“, so Stadtsprecherin Sabine Leifeld. 

Eltern kritisieren Pläne in offenem Brief

Bei den Eltern, deren Kinder die vier Einrichtungen besuchen, kommt das Vorhaben gar nicht gut an. In einem offenen Brief sprechen sie sich gegen die geplanten Schließungen aus. Begründet wird das unter anderem damit, dass eine Schließung die Kinder aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld herausreißen würde. Zudem hätten viele Familien ihren Alltag, Arbeitswege, Geschwisterbetreuung und soziale Netzwerke auf die jeweiligen Standorte abgestimmt. Eine Verlagerung würde daher für zahlreiche Eltern längere Fahrzeiten, organisatorische Mehrbelastungen und eine erschwerte Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeuten. Nicht zuletzt seien die Kitas ein wichtiger Bestandteil in den jeweiligen Ortsteilen und würden maßgeblich zur Attraktivität für junge Familien beitragen. „Eine Schließung würde die Infrastruktur vor Ort nachhaltig schwächen“, argumentieren sie. Die Eltern wünschen sich daher in ihrem offenen Brief, dass auch alternative Lösungen, die den Erhalt der Einrichtungen bedeuten würden, diskutiert werden – etwa Sanierungsmaßnahmen oder Konzeptanpassungen.

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