Welt-Endometriose-Tag: Endometriose erkennen und Beschwerden ernst nehmen
Das Endometriosezentrum am Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen bietet sorgfältige Diagnostik und individuelle Behandlung.
Extrem starke Regelblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, wiederkehrende Krämpfe im Unterleib oder sogar ein unerfüllter Kinderwunsch – die Auswirkungen von Endometriose sind vielfältig. Bei der Erkrankung siedelt sich Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum an und führt teilweise zu Destruktion der Organe und zu Verwachsungen. Neben Gebärmutter, Eierstöcken und Eileitern können auch Harnwege, Darm oder Beckenwand und sehr selten auch andere Organe betroffen sein. Das Tückische: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Stärke der Beschwerden und der Ausdehnung der Erkrankung. Das bedeutet, manche Patientinnen haben im Ultraschall kaum sichtbare Veränderungen und leiden dennoch unter starken Schmerzen, während andere Frauen mit ausgeprägter Endometriose nahezu beschwerdefrei sind. Die Auslöser und Ursachen, die die Entstehung begünstigen, sind nach wie vor nicht eindeutig belegt.
Spezielle Endometriose-Sprechstunde
„Wenn die Lebensqualität beeinträchtigt ist, wenn Menstruationsbeschwerden trotz Einnahme üblicher Schmerzmedikamente weiter bestehen oder bei jungen Mädchen die Periode sehr stark ist, dann sollten Frauen ärztlichen Rat suchen, um die Ursache abklären zu lassen“, empfiehlt Dr. Arianda-Sorana Lazarescu, leitende Oberärztin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Achenbach-Krankenhauses. Sie trägt auch die ärztliche Verantwortung für das zertifizierte Endometriosezentrum. Die Einrichtung ist spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie der Erkrankung. Mehrmals in der Woche bietet Dr. Arianda-Sorana Lazarescu spezielle Sprechstunden an, in denen sich Frauen beraten lassen, Beschwerden abklären lassen und behandeln lassen können. Die Endometriose-Sprechstunde kann ohne Einweisung oder Überweisung von Haus- oder Facharzt genutzt werden. Patientinnen können über das Chefarztsekretariat unter 03375 288229 einen Termin buchen.
Verständnis, Zeit und Sorgfalt
„Viele Frauen werden oft über Jahre mit ihren Schmerzen nicht ernst genommen. Manche Gewebeveränderungen sind ganz winzig und verursachen trotzdem starke Beschwerden“, sagt die erfahrene Fachärztin und weiß: Betroffene brauchen sowohl Verständnis als auch Zeit für ausführliche Gespräche und sorgfältige Untersuchungen. Mit hochauflösender Ultraschalltechnik und jahrelanger Erfahrung schaut Dr. Arianda-Sorana Lazarescu im Endometriosezentrum nach kleinsten Auffälligkeiten. „Wir führen eine sehr umfangreiche Ultraschalluntersuchung durch. Das gilt heute laut aktueller Leitlinie als Goldstandard bei der Diagnostik von Endometriose.“

Foto: KDS / Steffen Rasche
Individuelle Behandlungswege
Bei der Behandlung setzt das Zentrum auf mehrere Wege, immer individuell angepasst an die Lebenssituation und die Bedürfnisse der Betroffenen. „Wir behandeln Patientinnen mit Endometriose-typischen Beschwerden in der Regel zuerst mit einer Hormontherapie. Wenn diese nicht den gewünschten Erfolg bringt oder tatsächlich größere Befunde im Ultraschall sichtbar sind, machen wir eine Laparoskopie“, erklärt die leitende Oberärztin.
Versierte Operateure
Beim Blick in den Bauchraum mit einer Spezialkamera werden Eierstöcke, Eileiter, aber auch umliegende Bereiche wie Darm und Harnwege gründlich unter die Lupe genommen. Bei dem minimalinvasiven Eingriff können bei Bedarf die Endometrioseherde mit feinsten Instrumenten schonend entfernt werden. Mit Dr. Vlad Vacaru, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, hat das Endometriosezentrum einen hochspezialisierten Experten für Schlüsselloch-Chirurgie im Team. Der erfahrene Operateur gehört zu den wenigen Ärzten in Deutschland, die mit dem MIC-III-Status zertifiziert sind – der höchsten Qualifizierung für minimalinvasive Chirurgie in der Gynäkologie.
Leben mit Endometriose
Endometriose ist eine chronische Erkrankung. „Wir können sie nicht vollständig heilen, aber wir können Frauen dabei helfen, mit der Krankheit zu leben. Denn Endometriose wird sie bis in die Wechseljahre begleiten. Entscheidend ist die frühzeitige Diagnose. Unser Ziel ist, der Krankheit nicht zu erlauben, sich auszubreiten und beispielsweise Eierstöcke oder Eileiter zu zerstören oder große Verwachsungen im Bauch zu provozieren“, betont Dr. Arianda-Sorana Lazarescu. Bei bestehendem Kinderwunsch klärt das Team mit weiterführenden Untersuchungen ab, ob andere organische Ursachen eine Schwangerschaft verhindern, und arbeitet darüber hinaus zusätzlich mit anderen Fachabteilungen und Spezialzentren zusammen, um Frauen so umfassend wie möglich zu unterstützen.
Für einen freien, schmerzfreien Alltag
Neben hormoneller und operativer Therapie beraten die Expertinnen und Experten im Endometriosezentrum Patientinnen auch in Bezug auf Lebensstilveränderungen wie Ernährung, Bewegung, Entspannungstechniken, Beckenbodentraining und Osteopathie. „Jede Frau muss für sich selbst herausfinden, was zu ihr passt, weil jeder Mensch anders ist“, erklärt die Gynäkologin und ermutigt Frauen: „Trauen Sie sich, darüber zu sprechen, und suchen Sie sich eine Ärztin oder einen Arzt, der Ihre Beschwerden ernst nimmt. Es gibt heute gute Möglichkeiten, Endometriose zu behandeln und Beschwerden zu lindern, damit ein Alltag ohne Einschränkungen möglich wird.“






