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Montag, 13. April 2026

Wenn die Lichter angehen

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Angela Wichmann vor einem ihrer Werke
Wie kurz nach einem Regenschauer durchschneiden die Lichter der nächtlichen Stadt die feuchte Luft und spiegeln sich in nassen Gehwegen und Straßen. Die Künstlerin Angela Wichmann ist fasziniert von der Wirkung des Lichts in all seinen Facetten und möchte diese in ihren Bildern einfangen, wie hier in ihrem Werk „Carnevalesk“. Fotos: Christina Petersen

Licht, Feuchtigkeit und Reflexionen – Die stimmungsvollen Stadtszenerien der Künstlerin Angela Wichmann sind ab dem 11. April in der Kleinen Galerie des Bürgerhauses „Hanns Eisler“ in Königs Wusterhausen zu sehen.​

Feuchter Asphalt oder Kopfsteinpflaster, huschende Autoscheinwerfer, glimmende Straßenbeleuchtung und sich spiegelnde Gebäude – bei Angela Wichmann verwandeln sich diese alltäglichen Szenen einer Großstadt in ein Meer strahlender Farbreflexe – in einen Tanz zwischen Helligkeit und aufkommender Schwärze, wenn der Tag in die Nacht übergeht. Unter dem Titel „LICHTungen“ präsentiert die gebürtige Berlinerin ihre Werke auf Einladung des Kulturbunds Dahme-Spreewald und kuratiert von Beate Paulini und Silvia Reiner, aktuell im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ in der Eichenallee 12. Insgesamt 30 ihrer Bilder sind in der Kleinen Galerie im Erdgeschoss zu sehen – von kleinformatigen Werken auf Papier oder Holz bis zu Großformaten auf Leinwand. In ihren oft farbenreichen Bildern macht die Malerin das künstliche Licht zum Protagonisten und nimmt den Betrachter mit auf einen Spaziergang durch eine stimmungsvolle funkelnden Stadtszenerie. Diese malt die Künstlerin in Ölfarben, zu denen sie bereits in frühester Jugend eine Leidenschaft entwickelt hatte. ​

„Ich habe mit 13 oder 14 Jahren mein erstes Ölfarbset geschenkt bekommen. Ich war sofort begeistert von der Konsistenz der Farbe und was damit so alles möglich ist“, erinnert sich Wichmann. Eine Affinität dazu, sich künstlerisch auszudrücken, habe sie bereits seit Kindesbeinen gehabt und auch die Freiheit seitens des Elternhauses sich diesbezüglich auszuleben, so die gebürtige Berlinerin. Zunächst seien es Zeichnungen gewesen – oft Stillleben, die in ihrem Kinderzimmer entstanden sind. Später kamen die ersten Schritte im figurativen Arbeiten. „Das war damals eine persönliche Herausforderung, diese in realistischer Malweise darzustellen“, so die Autodidaktin, die nach der Schule an der Technischen Universität Berlin eine Ausbildung als Technische Zeichnerin absolviert hat. In das anschließende Maschinenbaustudium sei sie eher zufällig reingerutscht, so Wichmann, die sich neben der Kunst auch immer zur Mathematik und Logik hingezogen fühlte. Seit 2002 arbeitet Angela Wichmann als freischaffende Künstlerin.  2019 konnte sie ihren „Brotjob“ an den Nagel hängen und sich komplett der Malerei verschreiben. In ihrem Atelier, das sich in ihrem Wohnhaus in Klein Machnow befindet, entstehen im Schnitt 40 Bilder im Jahr – darunter auch Auftragsarbeiten. Dabei arbeitet sie an mehreren Bildern gleichzeitig. Durch den Trocknungsprozess der einzelnen Farbschichten kann es bis zur Fertigstellung eines Gemäldes bis zu drei Monaten dauern. Die Idee für ihre lichtdurchfluteten Stadtszenerien, die seit rund 20 Jahren ihr Hauptsujet darstellen, bekam sie in einer Berliner Ausstellung, als ein kleines Gemälde des deutschen Impressionisten Lesser Ury sie vollkommen gefangen nahm. „Das Bild zeigte den Potsdamer Platz bei Nacht und es hat mich einfach so angestrahlt.“

„Leise Liebe“ (2024) von Angela Wichmann.

Wie ein Bild aussehen soll, hat Wichmann immer schon im Kopf. Inspirieren lässt sie sich dafür unter anderem auch von Skylines amerikanischer und asiatischer Großstädte, die vollständige Szenerie ist jedoch immer ein Produkt Wichmanns Fantasie. „Oft mache ich mir vorher eine digitale Skizze. Dann grundiere ich meine Leinwände weiß, dann kommt eine hellgelbe Gouache auf die ich dann mit helloranger Kreide die Hauptpunkte des Motivs skizziere.“ Im Anschluss wird die Szenerie Farbschicht für Farbschicht erschaffen. Zumeist arbeitet Angela Wichmann dabei mit der Trocken auf Trocken-Technik, um die Lichtpunkte aufzutragen. Das gebe den einzelnen Farbpunkten Tiefe und durch Überlappung einzelner dieser Punkte entstünden auch neue Farben, so Wichmann, deren Welten sich dem Betrachter zumeist mit einigem Abstand erschließen. Wer einen genaueren Blick wagt, erkennt die verschiedenen Pinselführungen – von fein bis kraftvoll pastös. 

Angela Wichmanns „LICHTungen“ sind im Anschluss der Vernissage am 10. April, 19 Uhr, noch bis zum 10. Mai, freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt in der Kleinen Galerie des Bürgerhauses zu sehen und zu erwerben. Mehr Informationen zur Künstlerin sowie zu ihren Werken gibt es online auf www.angelawichmann.de.

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