Werders Regattastrecke nach fast 50 Jahren umfassend saniert
Fast 50 Jahre lang hat das alte Albano-System seinen Dienst getan, nun ist die sanierte Regattastrecke in Werder (Havel) offiziell freigegeben worden. Kürzlich wurde die erneuerte Anlage mit Reden, Erinnerungen an ihre Entstehung und einem kleinen Schauwettkampf eingeweiht. Ihre sportliche Bewährungsprobe hatte sie bereits bestanden: Beim DRV Masters Championat im Juni und bei der Havel-Ruder-Regatta waren die neuen Anlagen schon im Einsatz.
„Normalerweise wird eine Sportanlage erst feierlich freigegeben – und danach zeigt sich, ob sie sich bewährt. Bei unserer Regattastrecke ist es diesmal andersherum“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß. Mit der Sanierung seien wieder gute Bedingungen für Training, Nachwuchs- und Wettkampfsport geschaffen worden.
Ein besonderer Gast bei der Feier war Werders früherer Bürgermeister und Ehrenbürger Werner Große. Als damaliger stellvertretender Bürgermeister hatte er in den 1970er-Jahren den Bau der Regattastrecke mitorganisiert. Große erinnerte an ein Projekt, bei dem Improvisation, persönlicher Einsatz und gute Kontakte gefragt waren. Rund 1,2 Millionen Mark flossen damals allein in die Strecke. Wo heute die Gäste auf der Uferpromenade standen, habe man zuvor „im Schilf und bis zum Bauch im Matsch gestanden“, erzählte er. Auch unerwartete Hindernisse mussten überwunden werden. Bei den Baggerarbeiten wurde unter anderem ein nicht in den Karten verzeichnetes Kabel der DDR-Sicherheitsorgane entdeckt. Eine Tauchergruppe aus Rostock half schließlich dabei, das Kabel tiefer zu legen. Mit dem Ausbau der Regattastrecke wurde damals zugleich die Uferpromenade ermöglicht.
Nach fast 50 Jahren war der Instandhaltungsaufwand des alten Albano-Systems erheblich gestiegen. Bei der Sanierung wurden deshalb die Dalben im Start- und Zielbereich erneuert und neu gesetzt. Auf der 1.500 Meter langen Strecke kamen 18 Kilometer Edelstahlseil und mehr als 1.200 neue Bojen zum Einsatz. Neu ist außerdem die 70 Meter lange Startbrücke.
Insgesamt wurden rund 424.000 Euro in die vorbereitenden Untersuchungen und die Bauarbeiten investiert. Das Land Brandenburg steuerte 300.000 Euro bei. Die Stadt Werder koordinierte die Arbeiten und übernahm den Eigenanteil des Ruder-Klubs von mehr als 100.000 Euro vollständig.
Bürgermeisterin Saß bezeichnete die Investition als bewusstes Signal für den Sportstandort: „Die Regattastrecke ist nicht nur für den Ruder-Klub von Bedeutung. Sie ist ein wichtiger Sportstandort für Werder und weit darüber hinaus.“
Ruder-Klub-Vorsitzender Thomas Dosk dankte dem Landessportbund Brandenburg, dem Kreissportbund Potsdam-Mittelmark und der Stadt für die Unterstützung. Die Werderaner Strecke sei bundesweit bekannt und habe über Jahrzehnte Wettkämpfe mit nationaler und internationaler Beteiligung erlebt.
Auch Andreas Gerlach, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes Brandenburg, verwies auf die Bedeutung des Goldenen Plans Brandenburg für die Sportinfrastruktur. Über das Förderprogramm wurde auch die Sanierung der Regattastrecke unterstützt.
Nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto mit Werner Große wurde am Steg das Band durchschnitten. Bei bestem Spätsommerwetter gehörte die Aufmerksamkeit anschließend den aktiven Sportlern: Bei einem kleinen Schauwettkampf zeigten die Ruderer auf dem Wasser, wofür die Strecke erneuert worden ist.






