Wie der Mittelstand in Teltow-Fläming mit dem Fachkräftemangel umgeht
Beim Netzwerktreffen Mittelstand Teltow-Fläming wurde gezeigt, dass Unternehmen praktische Wege finden, wie sie an ihre Fachkräfte kommen wollen.
Wie können Unternehmen ihren Fachkräftebedarf langfristig sichern? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 70 Vertreter aus Unternehmen, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beim Netzwerktreffen Mittelstand „Zukunft Fachkräfte TF – Lösungen aus der Praxis“ am 10. Juni 2026 bei CHEFS CULINAR in Ludwigsfelde.
Fachkräftesicherung als zentrale Zukunftsaufgabe
Die von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Teltow-Fläming organisierte Veranstaltung widmete sich den Herausforderungen der Fachkräftesicherung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Im Fokus standen dabei insbesondere internationale Fachkräfte als wichtiger Baustein zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Dezernatsleiter des Landkreises Teltow-Fläming, Siegmund Trebschuh. In seinem Grußwort betonte er die Bedeutung des Themas für die wirtschaftliche Entwicklung der Region: „Die Fachkräftesicherung ist eine der entscheidenden Zukunftsfragen für unsere Unternehmen. Angesichts des demografischen Wandels werden internationale Fachkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnen. Umso wichtiger ist es, Unternehmen Orientierung zu geben, Erfahrungen sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung und weiteren Partnern zu fördern.“
Demografischer Wandel verschärft Fachkräftebedarf
Den fachlichen Auftakt bildete Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. In seinem Impulsvortrag verdeutlichte er die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Arbeitsmarkt und unterstrich zugleich die Bedeutung der dualen Ausbildung als wichtige Säule der Fachkräftesicherung. Das unter den Teilnehmern eingeholte Stimmungsbild bestätigte die Herausforderungen vieler Unternehmen: Die Mehrheit der anwesenden Unternehmen geht davon aus, ihren zukünftigen Personalbedarf nicht allein mit inländischen Fachkräften decken zu können. Gleichzeitig zeigten sich viele Unternehmen offen für die Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland. Als größte Herausforderungen wurden Sprachbarrieren sowie die erfolgreiche Integration neuer Mitarbeitender genannt.
Beispiele aus Unternehmen und Institutionen
Verschiedene Akteure gaben praxisnahe Einblicke in ihre Erfahrungen und Lösungsansätze. Aus Unternehmenssicht berichteten das Flair Hotel Reuner in Zossen, CHEFS CULINAR in Ludwigsfelde sowie das Nierenzentrum Luckenwalde/Ludwigsfelde über ihre Ansätze zur Fachkräftesicherung und zur Integration internationaler Mitarbeitender. Die Stadt Ludwigsfelde stellte mit ihrem Projekt „Azubi-Wohnen“ einen kommunalen Ansatz zur Fachkräftegewinnung vor. Ergänzend zeigte die Universität Potsdam aus Hochschulperspektive auf, wie die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft zur Gewinnung zukünftiger Fachkräfte beitragen kann. Für zusätzliche Orientierung sorgten die Agentur für Arbeit sowie die Ausländerbehörde. Sie informierten über Unterstützungsangebote und Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung internationaler Fachkräfte.
Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt
Beim „Markt der Möglichkeiten“ nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch mit regionalen und überregionalen Akteuren rund um Fachkräftesicherung, Qualifizierung, internationale Rekrutierung und Integration. Die zahlreichen Gespräche und Kontakte zeigten das große Interesse der Unternehmen an praxisnahen Lösungen und konkreten Unterstützungsangeboten. Zum Abschluss der Veranstaltung zog Rainer Grunert, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung, ein positives Fazit: „Die große Resonanz und die vielen Gespräche haben gezeigt, wie hoch der Bedarf an Austausch und Orientierung bei diesem Thema ist. Fachkräftesicherung gelingt nur gemeinsam – durch Vernetzung, den Austausch von Erfahrungen und die Nutzung vorhandener Unterstützungsangebote.“





