Zuflucht für Potsdamer Familien in Not
Das AWO Familienhaus in Potsdam beherbergt in Not geratene Familien auf Zeit. 17 Familien (insgesamt 45 Plätze) finden in einem geschützten Rahmen Unterschlupf, Unterstützung, Akzeptanz. Es ist das einzige Familienhaus in der Landeshauptstadt, immer voll bis auf den letzten Platz. Schicksalsschläge, rasant steigende Mieten-, Energie- und Lebenshaltungskosten, gravierende Probleme gibt es zahlreiche, die das Leben einer Familie erschüttern können.
Angedacht ist die Aufnahme von Familien für zirka sechs Monate, in denen aktiv an einem selbstständigen, selbstfinanzierten Leben außerhalb des geschützten Rahmens gearbeitet wird. Die Realität sieht jedoch anders aus. „Im Jahr 2025 verweilten die Familien im Schnitt 3,5 Jahre hier“, berichtet Madeline Stuhrhahn, Teilbetriebsleiterin des AWO Familienhauses. „Die Familien haben keine Chance auf dem Wohnungsmarkt in Potsdam“, ergänzt Angela Schweers, Vorstandsvorsitzende des AWO Bezirksverbands Potsdam. Wer einmal durch Probleme bei Mietzahlungen aufgefallen ist, bekommt erst recht keine bezahlbare Wohnung, auch wenn die Komplikationen mithilfe von zum Beispiel Schuldnerberatungen oder auch der Stiftung „Hilfe für Familien in Not“ bearbeitet oder gar beseitigt wurden.
Letztere bekam in der zurückliegenden Woche im AWO-Familienhaus einen Scheck über 5.000 Euro von der Land Brandenburg Lotto GmbH überreicht. „Die Stiftung kann in manchen Fällen mit finanziellen Mitteln aus einer Notlage helfen, eine kurzfristig entstandene finanzielle Schieflage überbrücken. Wir möchten verhindern, dass Familien in die Wohnungslosigkeit abrutschen“, so Anja-Christin Faber, Geschäftsführerin der Stiftung „Hilfe für Familien in Not“. „Das Familienhaus ist die Notlösung“, so Madeline Stuhrhahn. „Es müsste viel mehr getan werden, Familien mit Kindern in Wohnungen halten zu können.“ Doch die Realität sieht anders aus. Es bedarf dringend eines zweiten Familienhauses in der Landeshauptstadt Potsdam.





