Zwischen Werkstatt, Pflege und Supermarkt: Azubis zeigen Schülern ihren Berufsalltag
Wie sieht ein Arbeitstag wirklich aus? Was überrascht in der Ausbildung? Und war die Berufswahl die richtige? Beim Werderaner Wirtschaftstag konnten Schüler kürzlich auf der Bismarckhöhe direkt die Azubis fragen.
Rund 450 Jugendliche informierten sich bei etwa 30 Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen über Ausbildungsberufe, duale Studiengänge und Karrierewege.
Bürgermeisterin Manuela Saß eröffnete die Messe gemeinsam mit dem 1. Beigeordneten Christian Große. Ihre Botschaft an die Jugendlichen: „Ihr müsst nicht weg von der Heimat. Ihr könnt hier in der Region Werder Karriere machen.“
Vom Praktikum in die Ausbildung
Hannes Neumann ist 18 und macht bei Bausetra eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik. Sein Einstieg begann mit einem Praktikum.
„Ich wollte immer etwas Technisches machen, aber etwas, das ein bisschen anders ist.“ Heute überrascht ihn vor allem der hohe Anteil an Elektronik. „Ich habe doch eine ganze Menge mit dem Ausleserechner zu tun.“
Für Ausbildungsleiter André Lau ist das Praktikum der wichtigste Einstieg. Schüler können bei Bausetra bereits ab der achten Klasse hineinschnuppern – auch in den Ferien.
Karriere in der Pflege
Auch die Karina Hauskrankenpflege warb um Nachwuchs. Miriam Kobela machte deutlich: „Auch im Pflegebereich kann man Karriere machen.“ Nach dem Examen seien etwa Studiengänge in Pflegemanagement oder Pflegepädagogik möglich.
Wie internationale Wege aussehen können, zeigte Achraf Moutaouakil. Der 24-Jährige aus Marokko absolviert seine Pflegeausbildung bei den Kliniken Beelitz und derzeit einen Außeneinsatz bei Karina.
„Die Kommunikation ist der Schlüssel“, sagt er. Deshalb lerne und spreche er möglichst viel Deutsch. In Deutschland habe er sich gut eingelebt. Nur beim Wetter gibt es einen Unterschied: „Wir haben mehr Sonne. Hier gibt es vier Jahreszeiten an einem Tag.“
Ausbildung mit Perspektive
Bei EDEKA Schneider berichteten Malena Ehmke und Lennox Grimm von ihrem Alltag im Einzelhandel.
Ehmke, 17, wollte „die andere Seite“ des Einkaufens kennenlernen. Ihre Pläne haben sich inzwischen geändert: „Jetzt möchte ich bleiben.“
Grimm, 18, interessiert sich bereits dafür, wie ein Markt insgesamt geführt wird. Sein Ziel: „Ich möchte selbst einmal eine EDEKA-Filiale haben.“
Die Gespräche zeigten, was den Wirtschaftstag besonders macht: Jugendliche treffen auf junge Menschen, die selbst gerade den Schritt von der Schule in den Beruf gegangen sind.
Und manchmal beginnt die Suche nach dem passenden Beruf ganz einfach – mit einem Praktikum, Neugier oder einem Blick hinter die Kulissen.






