Ein Gespräch, das bleibt
Theresa Dathe aus Zeuthen gibt mit ihrem Projekt „Lebenslinien“ persönlichen Erinnerungen eine Stimme.
Was bleibt, wenn ein Mensch verschwindet? Oft sind es verblassende Erinnerungen und Fotos in Alben. Dabei hat jeder Mensch seine eigene und persönliche Lebensgeschichte, die es wert ist, gehört zu werden. Aus dieser Überzeugung heraus hatte Theresa Dathe vor ein paar Monaten die Idee für „Lebenslinien“.
Im Alltag bleibe oftmals kein Raum für tiefere Gespräche, entweder weil der oft stressige Alltag einen Strich durch die Rechnung macht, Verwandte weit weg wohnen oder ähnliches. Selbst auf Familienfesten sei oft kein Raum für tiefergehende Gespräche. Und schon gar nicht für solche, die wirklich lange in Erinnerung bleiben. Der Wert von Worten kommt mit der Zeit und mit der Erkenntnis, dass Menschen nicht ewig bei einem sind. „Wie können meine Kinder oder Enkelinder in 20, 30 Jahren meine Geschichten und Stimme hören?“, fragte sich Theresa Dathe. Im Rahmen ihres Projekts „Lebenslinien“ soll deshalb für Menschen ein Raum geschaffen werden, um ihre Lebensgeschichte zu erzählen und für die Nachwelt – Familie und Freunde – festzuhalten. In vertrauensvoller Atmosphäre des professionellen Tonstudios, das sich bei Familie Dathe im gemütlichen Untergeschoss ihres modernen Einfamilienhauses in Zeuthen befindet, finden die Gespräche statt.
Wie ein Fotoalbum zum Hören
„Gedacht sind ‚Lebenslinien‘ für Großeltern oder ältere Menschen und Familien, die sich Zeit füreinander und für Erinnerungen nehmen möchten“, erklärt die 41-Jährige. „In einem telefonischen Vorgespräch, meist mit der Familie, wird zunächst geklärt welche Erinnerungen unbedingt festgehalten, oder welche Themen möglicherweise auch nicht unbedingt angesprochen werden sollen.“ Danach wird ein Termin im Studio zu einem ein- bis zweistündigen Gespräch vereinbart. Wichtig ist Theresa Dathe zu betonen, dass sich das Gespräch frei entwickeln kann. Es kommt nämlich auf die persönliche Sichtweise des eigenen Lebens an. Da gäbe es kein „Falsch“ oder „Richtig“, so Dathe, die das Gespräch leicht lenkt, auch mal Nachfragen stellt. Nach ihrer Erfahrung, erzählen die Menschen aber, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, von alleine drauflos, sodass sich, nach dem behutsamen Schneiden der Aufnahmen, eine echte individuelle Erinnerung an eine Lebensgeschichte entsteht.

Auf diese Weise entstanden bislang vier „Lebenslinien“ als Audioformat. Dass das Projekt nicht nur ein Geschenk für ältere Menschen und deren Familien ist, zeigt ein Paar, welches zu seiner Hochzeit auf diese Weise seine Kennenlerngeschichte festhalten wollte.
Die Website www.lebenslinien-audio.de gibt einen tieferen Einblick in das Projekt. Auch kurze Hörproben sind hier zu finden. Bei Interesse kann man einfach per Kontaktformular oder über theresa@lebenslinien-audio.de mit Theresa Dathe in Verbindung treten.






