Ein Haus voller Geschichte
Vom Schlossgut zum Königlichen Forsthaus, Stasi-Arbeitsort bis zum Heimatmuseum – das Haus am Schlossplatz hat eine lange Geschichte.
Wer vor dem Dahmelandmuseum in Königs Wusterhausen steht, vermutet sicher nicht, wie alt dieses Haus wirklich ist. Laut Plänen von 1801 war es als Gutshaus Teil des Schlosses. Sein jetziges Aussehen erhielt das Haus 1869 durch die ehemalige königliche Hofkammer auf dem noch erhaltenen Kellergeschoss. Bis 1876 war in dem Haus nicht nur die Königliche Forstverwaltung untergebracht, sondern auch die Wohnung des Königlichen Forstmeisters. Zwischenzeitlich etablierte die neue Besitzerin, Mari Stappenbeck, dann eine höhere Töchterschule, die wegen Platzmangels dann aber in einen Neubau in die heutige Maxim-Gorki-Straße umzog.
Bis 1945 war in dem Haus dann die Staatliche Oberförsterei. Der letzte Forstmeister war Heinrich Bühmann, der dort auch mit seiner Familie wohnte. Zu DDR-Zeiten unterstand das Grundstück der Volkspolizei und wurde einige Jahre später von der Staatssicherheit übernommen. Nach der Wende zog die Stadtverwaltung ein. Auch die Stadtbibliothek war einige Zeit dort untergebracht, bevor die an ihren heutigen Standort in der Scheederstraße umzog.


Die Wurzeln des heutigen Dahmelandmuseums reichten in die frühen 90er Jahre zurück, erklärt Museumsleiterin Margitta Berger. Aus dem 1990 gestarteten Presseaufruf, um Gleichgesinnte für Heimat- und Kulturarbeit zu finden, entwickelte sich ein Kreis von 18 heimatverbundenen Bürgern, der sich dann am 18. Juni 1991 im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ offiziell als Heimatverein Königs Wusterhausen 1990 e.V. gründete. Den Vorsitz hatte damals Uwe Wolff inne, bevor ihn Margitta Berger 2012 in seiner Funktion ablöste. In den Anfangsjahren lief noch vieles ohne eigenes Haus – das Ziel war aber schon im Blick: Heimatgeschichte für Königs Wusterhausen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ein Heimatmuseum aufzubauen. Deshalb organisierte der Verein Ausstellungen und Vorträge an verschiedenen Orten, so auch im Wasserturm auf dem Funkerberg und im Bürgerhaus. Parallel wurden Kontakte zu Ortschronisten und Forschenden im Altkreis Königs Wusterhausen aufgebaut und erste Stadtführungen angeboten. Ein Meilenstein wurde 1994 mit der Veröffentlichung des ersten Heimatkalenders gesetzt. Rund 60 Autoren arbeiten seitdem jedes Jahr an den Inhalten. In diesem Jahr erscheint bereits die 33. Ausgabe.

Margitta Berger in der Ausstellung zur Frühgeschichte, die sich im untersten Stock befindet. Diese war die erste Ausstellung des Heimatmuseums Königs Wusterhausen. Foto: Christina Petersen
Mit den Jahren wuchs in der Stadt nicht nur das Interesse an Heimatgeschichte, sondern auch die Sammlung des Vereins. „1995 stellte die Stadt schließlich Räume für eine Dauerausstellung im Untergeschoss des Königlichen Forsthauses zur Verfügung“, erinnert sich Berger. Sechs Räume wurden zügig für den Ausstellungsbetrieb hergerichtet, der am 4. Mai 1996 gestartet ist. Seitdem wurde das Museum zum Zentrum der Vereinsarbeit: Sonderausstellungen, Führungen und feste Sprechzeiten kamen hinzu, und der Verein ergänzte seinen Namen um den Museumsschwerpunkt. Mit der Außensanierung 2001 und der Innensanierung 2006 bekam das Dahmelandmuseum sein heutiges Gesicht. Mittlerweile wurden nicht nur über 100 Sonderausstellungen organisiert und das komplette Gebäude als Museum umgebaut. Es arbeiten im Verein auch aktuell 86 ehrenamtliche Mitglieder. „Und der Verein wird auch immer jünger“, berichtet Margitta Berger nicht ohne Stolz. Einige der Praktikanten blieben gleich dabei, weil ihnen die Arbeit solchen Spaß mache. Ein besonderer Akzent liegt auf dem Angebot für die jungen Besucher. Diese können sich mit dem Eichhörnchen „Trixi“ auf Tour durch das Museum begeben und an vielen Mitmachstationen Geschichte zum Anfassen erleben.






