Aufzug der Christusfigur durch das „Himmelfahrtsloch“: im Blütenregen gen Himmel
Der Himmelfahrtsgottesdienst in der St. Nikolaikirche in Jüterbog ist in jedem Jahr etwas Besonderes. Grund dafür ist ein alter Brauch, der dort bis heute gepflegt wird und in Brandenburg für eine evangelische Kirche als womöglich einzigartig gilt: Die Christusfigur wird tatsächlich durch ein sogenanntes „Himmelfahrtsloch“ in der Kirchendecke in das Gewölbe hinaufgezogen.
Die biblische Geschichte von Christi Himmelfahrt ist bildhaft erzählt – für viele Menschen aber schwer vorstellbar. Genau das macht der Jüterboger Brauch anschaulich. Begleitet von Musik können die Besucher regelrecht mitverfolgen, wie Christus gen Himmel fährt. Die Szenerie sorgt dabei durchaus für Spannung – und für manches bange Mitfiebern, ob die Figur auch sicher oben ankommt.
Doch das Geschehen endet nicht mit dem Verschwinden nach oben. Als Antwort kommt ein Blütenregen herab. Vor allem Kinder versuchen dann, die Blüten zu fangen, aber auch viele Erwachsene nehmen gern ein Blütenblatt als Erinnerung mit nach Hause.
So wird das Geschehen an Himmelfahrt auf besondere Weise greifbar – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Aufzug der Christusfigur nimmt neben Liturgie, Liedern und Predigt einen eigenen Raum im Gottesdienst ein. Anders als gewöhnlich ist der Blick dabei nicht auf den Altar gerichtet, sondern mitten in den Mittelgang der Kirche – also mitten in die Gemeinde.
Ein besonderer Gottesdienst ist es damit nicht nur dem Anlass nach, sondern auch in seiner Gestaltung. Er findet am Donnerstag, 14. Mai, in der St. Nikolaikirche in Jüterbog statt und wird von Pfarrerin Ines Fürstenau-Ellerbrock und Pfarrer Tobias Kampf gemeinsam gehalten. Beginn ist um 10.30 Uhr. Für die musikalische Begleitung sorgt Kreiskantor Manuel Gera. Nach Abschluss des Gottesdienstes gibt es am Ausgang noch die Gelegenheit, bei einem Glas Wein und etwas zu Knabbern zusammenzustehen.





