Kapelle St. Albertus Magnus in Rangsdorf: Kleinod hinter schlichter Fassade
Das denkmalgeschützte Gebäude wurde vor 135 Jahren erbaut und hatte schon viele Funktionen – von der Umkleide bis zum Mausoleum.
Wer die katholische Kapelle St. Albertus Magnus an der Rangsdorfer Puschkinstraße passiert, würde kaum vermuten, dass sich hinter der eher schlichten Fassade ein Kleinod verbirgt, das voller liebevoll gestalteter Details ist und das vor allem auch eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich hat.
Die Kirche, die kleinste im Erzbistum Berlin, feierte am 19. Juli 2026 ihr 135-jähriges Bestehen – wobei das Gebäude aber erst seit 1934 als Kapelle genutzt wird, wie Dr. Ursula Ortmann-Droste erklärt, die sich der Pflege der Kapelle verschrieben hat. Manches Kapitel der Geschichte ist noch nicht vollständig belegt. Das Haus wurde 1890/1891 im Auftrag des damaligen Gutsbesitzers Richard Spiekermann durch einen namhaften Berliner Architekten als Gartenpavillon am Rande des Gutsparks erbaut – gleichzeitig mit der evangelischen Kirche und weiteren Gebäuden in Rangsdorf. Möglicherweise wurde es zeitweise als Andachtsraum von der katholischen Ehefrau des protestantischen Gutsbesitzers genutzt, später diente es als Umkleideraum für eine Galeriekegelbahn, und von 1924 bis 1927 wurde es zum Mausoleum für den mittlerweile verstorbenen Gutsbesitzer und seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn. Über einige Umwege wurde das Haus der katholischen Kirche zur Verfügung gestellt, war von 1963 bis 1997 eine eigenständige Gemeinde und ist seit 2026 Teil der Pfarrei St. Benedikt.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Inneren der Kirche viel getan. Akribisch wurden so beispielsweise die 31 farbigen Unikat-Kacheln, die überklebt worden waren, in Handarbeit wieder freigelegt, die abkippende Sakristei fest mit dem Gotteshaus verbunden, der Boden unter dem Parkett gesichert und viele weitere Arbeiten erledigt, wie Dr. Ursula Ortmann-Droste erklärt, die seit 1999 mit von der Partie ist. Die Zahl der Aktiven ist mittlerweile stark zurückgegangen. Umso erfreulicher sei es daher, dass beim Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 viele Besucher den Weg zur Kapelle gefunden hatten und auch Spenden eingenommen wurden. Denn die werden durchaus gebraucht. Die Fassade muss beispielsweise saniert werden, ebenso wie das Holzgesperr am Dach, so Dr. Ortmann-Droste. Und auch der Eigenanteil für die zugesagte Luft-Luft-Wärmepumpe, für die das Erzbistum den größten Teil der Kosten übernimmt, muss gestemmt werden. Wer sich dabei einbringen oder auch spenden möchte, findet Infos dazu auf www.hl-benedikt.de/gemeinden/st-albertus-magnus.






