Localize Festival „The Power of Love“ auf dem Brauhausberg Potsdam
Vom 10. bis 11. Juli verwandelt sich der ehemalige Landtag auf dem Brauhausberg in einen Ort für Kunst, Kultur und gesellschaftliche Debatten. Unter dem Titel „The Power of Love“ lädt das LOCALIZE Festival zu einem temporären Festival ein, das die markante, über der Stadt thronende Herrschaftsarchitektur für neue Perspektiven auf Zusammenleben, Öffentlichkeit und Zukunft öffnet.
LOCALIZE Festival versteht Liebe dabei nicht als romantisches Gefühl im privaten Raum, sondern als politische Praxis. Im Zentrum stehen Fragen danach, wie ein gleichberechtigtes Miteinander entstehen kann – und welches Potenzial in kollektiven Formen des Handelns liegt.
Vom „Kreml“ zum offenen Campus
Der Veranstaltungsort hat eine lange und wechselvolle Geschichte: Der ehemalige Landtag auf dem Brauhausberg – im Volksmund auch „Kreml“ genannt – prägt seit über einem Jahrhundert das Stadtbild von Potsdam. Errichtet wurde das Gebäude um 1900 im Auftrag von Wilhelm II.. Über Jahrzehnte diente es unterschiedlichen politischen Systemen: zunächst militärisch genutzt, später als Sitz der SED-Bezirksleitung und nach der Wiedervereinigung als Landtag.
Nach einer Phase als Geflüchtetenunterkunft, anschließendem Leerstand sowie Schäden durch Brand und Verfall steht der Ort nun vor einer neuen Transformation. Künftig soll er zu einem offenen Campus für Öffentlichkeit, Bildung und Begegnung entwickelt werden. Das Festival nutzt diese Übergangsphase, um den Raum temporär zu aktivieren und künstlerisch zu befragen.
Kunst als Aushandlungsraum
Im Zentrum des Programms stehen Installationen, Performances, Interventionen, Video- und Fotoprojekte sowie Workshops, Talks und partizipative Formate. Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, sich mit ortsspezifischen Arbeiten zu beteiligen und die Geschichte des Gebäudes ebenso zu reflektieren wie seine mögliche Zukunft.
Dabei stellt das Festival eine grundlegende Frage: Wie kann aus einem Ort der Kontrolle und Trennung ein Raum für Begegnung werden? Und welche Rolle spielt Kunst dabei, gesellschaftliche Prozesse sichtbar zu machen und zu verändern?
Liebe als politische Praxis
„The Power of Love“ versteht die Gegenwart als von Spannungen geprägt: ökonomischer Druck, soziale Ungleichheit und gewachsene Machtstrukturen fördern Vereinzelung und Konkurrenz. Dem setzt das Festival eine Perspektive entgegen, die Beziehung, Solidarität und kollektive Verantwortung betont – ohne Konflikte auszublenden. Liebe wird dabei ausdrücklich auch als Raum für Widerspruch, Empörung und Auseinandersetzung gedacht. Ziel ist es, einen offenen Diskurs zu ermöglichen, in dem neue Formen des Zusammenlebens verhandelt werden können.
Aufruf zur Beteiligung
Für das Festival werden derzeit künstlerische Beiträge gesucht, die sich mit dem Motto „The Power of Love“ sowie mit dem Ort und seiner Transformation auseinandersetzen. Besonders willkommen sind kollaborative Ansätze und Arbeiten von Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern. Bewerbungen sind bis zum 5. Mai möglich. Weitere Informationen sind unter www.localize-potsdam.de erhältlich.





