Rechtsextreme? Nicht in Potsdam!
Etwa 2.000 Menschen versammelten sich kürzlich auf dem Alten Markt in Potsdam, um ein Prüfverfahren gegen rechtsextreme Parteien zu fordern. Die Kundgebung war Teil der bundesweiten PRÜF-Bewegung („Prüfung rettet übrigens Freiheit“), die vom Satiriker Nico Semsrott mitbegründet wurde.
Parallel gab es Demonstrationen in Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Mainz, Magdeburg, München und Berlin; bundesweit haben rund 20.000 Menschen teilgenommen. Die Bewegung PRÜF (Prüfen rettet übrigens Freiheit) fordert: Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.
In Potsdam gab es ein Bühnenprogramm mit Musik und Reden. Moderatorin und Musikerin Betty Beat führte durch das Programm und transportierte dabei nicht nur Stimmung, sondern Inhalt – sie erklärte klar und verständlich, worum es geht und warum dieser Tag zählt. Die Band Hasenscheisse und der Chor ChoRage setzten musikalische Akzente, PRÜF-Songs wurden gemeinsam mit dem Publikum gesungen. Ursula Löbel von den „Omas gegen Rechts“ Potsdam begründete in ihrer Rede eindringlich und persönlich, warum die einzige Forderung von PRÜF keine Frage der politischen Meinung, sondern ein Gebot der wehrhaften Demokratie ist. „In Deutschland wird alles geprüft – von Produktsicherheit bis Wasserqualität. Es wäre absurd, ausgerechnet bei der existenziellen Frage unserer Demokratie auf eine Prüfung zu verzichten“, so Nico Semsrott, PRÜF-Initiator.
Die PRÜF-Initiative plant weitere Demonstrationen; die nächste in Potsdam findet am Sonnabend, 11. April, um 14.00 Uhr auf dem Alten Markt statt.





