Tagespflegeperson plötzlich ohne Pflegeerlaubnis: Eltern ohne Kinderbetreuung
Für mehrere Familien aus der Region Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf begann die neue Woche mit einem Schock. Ihre Kinder stehen seit Montag ohne Betreuung da. Der Grund: Einer langjährig tätigen Tagesmutter aus der Region wurde die Pflegeerlaubnis durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark nicht verlängert. Das entsprechende Schreiben erhielt die Tagespflegeperson nach eigenen Angaben erst am Freitagnachmittag.
Damit darf die Frau, die seit rund zehn Jahren als Tagesmutter arbeitet, ab sofort keine Kinder mehr betreuen. Die betroffenen Eltern wurden nach bisherigen Informationen vorab nicht durch den Landkreis informiert. „Wir sind völlig entsetzt und verzweifelt“, berichtet ein Vater gegenüber der Zeitung. Die betroffenen Eltern seien berufstätig und stünden nun kurzfristig vor einem massiven Problem. „Von heute auf morgen gibt es keine Betreuung mehr. Wie soll das funktionieren?“
Nach Angaben der Eltern habe es im Vorfeld keinerlei Hinweise auf Probleme gegeben. Vielmehr seien die Familien mit der Betreuung ihrer Kinder sehr zufrieden gewesen. Auch Beschwerden oder Vorwürfe gegen die Tagespflegeperson seien ihnen nicht bekannt.
Scharfe Kritik kommt auch vom Landesverband für Kindertagespflege Brandenburg. Dessen Geschäftsführerin Ingrid Pliske-Winter zeigt sich über das Vorgehen bestürzt. „Wenn eine Tagespflegeperson nach zehn Jahren Tätigkeit plötzlich keine Verlängerung der Pflegeerlaubnis erhält, ohne dass Eltern informiert oder auf mögliche Probleme hingewiesen wurden, wirft das viele Fragen auf“, sagt Pliske-Winter.
Besonders problematisch sei die Situation für die betroffenen Familien. Kurzfristig Ersatz zu finden, sei im Bereich der Kindertagespflege schwierig. Zwar verweist der Landkreis offenbar darauf, dass innerhalb von zwei Tagen ein Kitaplatz organisiert werden könne. Doch das ist gar nicht der Wunsch von Kindern und Eltern. „Wir reden hier nicht über Mehlsäcke, wir reden über Kinder“, so Pliske-Winter.
Die abrupte Entscheidung sorgt nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen für Unverständnis. Kritisiert wird vor allem die Kommunikation des Landkreises. Warum die Pflegeerlaubnis nicht verlängert wurde, welche Gründe ausschlaggebend waren und weshalb Eltern erst so kurzfristig von der Situation erfuhren, ist bislang unklar, konnte auch von Seiten des Landkreises nicht klar kommuniziert werden.
Die betroffenen Familien hoffen auf schnelle Antworten – und vor allem auf eine kurzfristige Lösung für die Betreuung ihrer Kinder.




